Open Science


Diese von einer UniWinD-AG erarbeitete Website bietet eine umfassende Einführung zu dem aktuellen Thema „Open Science“ und richtet sich v. a. an Wissenschaftsmanager*innen sowie an Promovierende und Postdocs. Sie finden hier neben einem hilfreichen Glossar und Begriffsklärungen auch FAQ und Verlinkungen zu anderen Ressourcen und Initiativen.

Foto: Felix Noak, UniWinD-Jahrestagung 2023

Einleitung

Willkommen auf der UniWinD-Website zum Thema Open Science!
Stand der Informationen: Dezember 2024

Open Science steht für transparente und offene Wissenschaftspraktiken. Das Thema hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Eine Grundforderung ist, dass die Produkte öffentlich geförderter Forschung auch öffentlich zugänglich gemacht werden. Zudem hat sich unter dem Stichwort „Replikationskrise“ in einigen Forschungsfeldern gezeigt, dass fragwürdige Forschungspraktiken teilweise zu Ergebnissen geführt haben, die sich nicht bestätigen lassen. Transparente Praktiken im Sinne von Open Science sollen zu verlässlicheren Ergebnissen und einer besseren Überprüfbarkeit führen.

Der Grundgedanke von Open Science steckt schon im Namen und ist leicht zu erfassen, doch lassen sich unter diesem Oberbegriff sehr viele unterschiedliche Themen versammeln, die ihre eigenen Schwerpunkte, begriffliche Besonderheiten und ihre eigene (kurze) Geschichte haben. Für Graduierteneinrichtungen, Bibliotheken und andere zentrale Einrichtungen ist das sich ständig entwickelnde Open-Science-Feld schwer zu erfassen. Kurze Informationen zu zentralen Aspekten sollen den Einstieg in die Thematik erleichtern.

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  • Was ist Open Science? Unter dem Begriff “Open Science” werden viele verschiedene Bereiche und Praktiken subsumiert, die zum Teil aufeinander bezogen sind, aber sich auch durchaus unabhängig voneinander entwickelt haben. Die zentralen Bereiche werden hier kurz eingeführt und erläutert.
  • Glossar: Im Bereich Open Science wimmelt es von Abkürzungen, Wortneuschöpfungen, Anglizismen und unbekannten Begriffen. Das Glossar erklärt kurz und knapp die wichtigsten Konzepte in den verschiedenen Open-Science-Bereichen.
  • FAQ: Early Career Researchers stellen sich viele, auch kritische Fragen im Bereich Open Science, mit denen dann auch Einrichtungen konfrontiert werden, die ECRs zu diesem Thema informieren und/oder beraten. Im Stil einer FAQ-Seite werden typische Fragen aufgegriffen und mögliche Lösungsansätze erläutert.
  • Ressourcen und Organisationen: Zum Thema Open Science gibt es zahlreiche Internetseiten. Verschiedene Organisationen und Gruppen bieten Informationen und Services in diesem Bereich an. Diese Übersicht soll helfen, ein paar der bekanntesten und interessantesten Ressourcen kennen zu lernen und den Nutzen für bestimmte Zielsetzungen und Fragen einzuschätzen.
  • Initiativen und Kontakte: Es gibt zahlreiche Austauschmöglichkeiten. Diese Seite soll helfen, relevante Veranstaltungen kennenzulernen oder aber auch Netzwerke zu identifizieren und hilfreiche Kontakte für die eigene Arbeit zu knüpfen.
  • Literatur: Abgesehen von Publikationen, die Open-Science-Prinzipien praktisch anwenden, gibt es eine ganze Reihe Artikeln über die Open-Science-Bewegung selbst und die Umsetzung verschiedener Praktiken. Wir bieten fokussierte Literaturhinweise zu den wichtigsten Themen für einen Einstieg in das Feld und eine vertiefte Auseinandersetzung mit bestimmten Fragestellungen und Grundlagen.
  • Autor*innen

Was ist Open Science?

Unter dem Begriff “Open Science” werden viele verschiedene Bereiche und Praktiken subsumiert, die zum Teil aufeinander bezogen sind, aber sich auch durchaus unabhängig voneinander entwickelt haben. Die zentralen Bereiche werden hier kurz eingeführt und erläutert.

Zitat

Open Science is the practice of science in such a way that others can collaborate and contribute, where research data, lab notes and other research processes are freely available, under terms that enable reuse, redistribution and reproduction of the research and its underlying data and methods.

Quelle: Foster

Die formale Kürze dieser Definition zu Open Science suggeriert ein gut abgegrenztes und überschaubares Thema, die thematische Reichweite von Open Science ist jedoch sehr groß. Open Science stellt einen, wenn nicht den zentralen Kulturwandel in der Wissenschaft dahingehend dar, wie Forschung betrieben wird. Er bedient sich der neuen Möglichkeiten der Digitalisierung und der damit einhergehenden zunehmenden internationalen Vernetzung von Wissenschaft. Bricht man die Definition runter, so ist Open Science ein Bündel von Maßnahmen zur Öffnung der Wissenschaft auf allen Ebenen: freier Zugang zu wissenschaftlicher Erkenntnis, freier Zugang zu Software, Lernmaterialien und Forschungsdaten, der Transfer zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, offene Begutachtungsverfahren etc.

Hier können Sie mehr zu den unterschiedlichen Aktionsfeldern von Open Science lesen.

Glossar

Der Grundgedanke von Open Science steckt schon im Namen, doch lassen sich unter diesem Oberbegriff sehr viele unterschiedliche Themen versammeln, die ihre eigenen Schwerpunkte, begriffliche Besonderheiten und ihre eigene (kurze) Geschichte haben. Für Graduierteneinrichtungen, Bibliotheken und andere zentrale Einrichtungen ist das sich ständig entwickelnde Open-Science-Feld schwer zu erfassen. Im Bereich Open Science wimmelt es von Abkürzungen, Wortneuschöpfungen, Anglizismen und unbekannten Begriffen.

Dieses Glossar bietet deshalb für Wissenschaftsmanager*innen sowie für Promovierende und Postdocs einen Überblick über die am häufigsten verwendeten Begriffe im Open Science-Bereich.

Wenn Sie das Glossar in alphabetischer Reihenfolge einsehen möchten, klicken Sie bitte hier Opens in new tab.

Unser Glossar

  • ECR (Early Career Researcher): Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen, Forschende während oder kurz nach ihrer Promotion.
  • Open Access (OA): Der Begriff Open Access bezieht sich auf freie, digitale, online verfügbare Informationen mit klarer Lizenz zur Nachnutzung.
  • Open Science (OS): Open Science kann definiert werden, als die Bestrebungen, wissenschaftliche Forschung, Daten und deren Verbreitung jedem Mitglied einer wissbegierigen Gesellschaft, von Fachleuten bis zu Bürger*innen, zugänglich zu machen.
  • FDM (Forschungsdatenmanagement): Nutzbarmachung digitaler Forschungsdaten.

  • Beall-Liste: (Umstrittene) schwarze Liste von wissenschaftlichen Open-Access-Zeitschriften und -Verlagen mit potenziell fragwürdigen Geschäftspraktiken und Standards (Predatory/Rogue Journals/Publishers).
  • Predatory Journals/Publishers: Zeitschriften, die durch falsche oder irreführende Informationen, Abweichungen von besten Redaktions- und Veröffentlichungspraktiken, mangelnde Transparenz und/oder den Einsatz von aggressiven Werbekampagnen zur Gewinnung von Autor*innen zu gekennzeichnet sind.
  • Rogue Journals/Publishers: —> Predatory Journals/Publishers

HARKing (Hypothesizing After the Results are Known): Fragwürdige Forschungspraxis, in der Hypothesen aufgestellt werden, nachdem die Ergebnisse bekannt sind.

p-Hacking: Praxis, bei der die Forschenden im Rahmen einer Forschungsstudie die statistische Analyse auswählen, die ein passendes Ergebnis liefert und über welche am besten geschrieben werden kann.

Questionable Research Practices: Der Begriff beschreibt Praktiken wie die selektive Veröffentlichung von Ergebnissen, das Verschweigen von Interessenkonflikten oder das Beschreiben einer Hypothese nach dem Vorliegen signifikanter Ergebnisse.

Bibliometrie: Der Begriff bezieht sich auf die statistische Analyse von Büchern, Artikeln und anderen wissenschaftlichen Veröffentlichungen, um den „Output“ von Einzelpersonen/Forschungsteams, Institutionen zu messen.

Double-blind peer review: Peer-Review-Verfahren, in dem (theoretisch) weder Begutachtende noch Autor*innen erfahren, wer der jeweilige Gegenpart ist.

h-index: Im Kontext von bibliometrischen Analysen ist der h-Index  eine Metrik, die versucht, sowohl die Produktivität als auch die Zitierwirkung der Veröffentlichungen eines Wissenschaftlers zu messen.

Impact-Faktor (auch Journal Impact Factor (JIF)): Eine errechnete Zahl, die den Einfluss einer wissenschaftlichen Zeitschrift bestimmt.

Open Peer Review: Wissenschaftliche Begutachtung von Beiträgen, bei denen die Identitäten der Autor*innen und Gutachter*innen zu jedem Zeitpunkt des Begutachtungsprozesses bekannt sind.

Peer Review: Verfahren zur Qualitätssicherung von wissenschaftlichen Arbeiten.

  • Berliner Erklärung: Die Berliner Erklärung  über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen (englisch: Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities) ist ein Meilenstein der Open-Access-Bewegung. Sie wurde im Jahr 2003 von 19 deutschen und internationalen Institutionen vereinbart. Sie baut auf der weithin akzeptierten Budapester Open-Access-Initiative auf, die dazu aufruft, Forschungsergebnisse, die von Autor*innen ohne Erwartung einer Bezahlung erstellt wurden, im Internet weithin zugänglich zu machen und mit den notwendigen Genehmigungen zu versehen, damit die Leser*innen die Ergebnisse nutzen und weiterverwenden können, was das Tempo von Wissenschaft und Forschung beschleunigt.
  • Berlin Declaration: → Berliner Erklärung
  • CoARA  (Coalition for Advancing Research Assessment): Initiative zur Weiterentwicklung der Bewertung wissenschaftlicher Leistungen
  • COS (Center for Open Science): → OSF (Open Science Framework)
  • DORA Opens in new tab (The San Francisco Declaration on Research Assessment): Die Erklärung versucht, die verzerrte Praxis zu bekämpfen, Impact-Faktoren von Zeitschriften mit den Leistungen einzelner spezifischer Forscher*innen zu korrelieren.
  • FOSTER (Facilitate Open Science Training for European Research): Breite Trainings- und Informationsplattform Opens in new tab rund um Open Science, gefördert durch die Europäische Kommission.
  • FOSTER Plus (Fostering the practical implementation of Open Science in Horizon 2020 and beyond): Trainings- und Informationsplattform rund um Open Science, gefördert durch die europäische Kommission; Verlängerung von FOSTER.
  • Hongkong-Prinzipien: Prinzipien Opens in new tab, die im Rahmen der 6. Weltkonferenz für Integrität in der Forschung entwickelt wurden. Ihr besonderer Schwerpunkt liegt auf der Notwendigkeit, die Forschung zu verbessern, indem sichergestellt wird, dass Forscher*innen ausdrücklich für Verhaltensweisen anerkannt und belohnt werden, die die Integrität der Forschung stärken.
  • Leiden Manifesto: Das Leidener Manifest Opens in new tab zu Forschungsmetriken ist ein Leitfaden zur Bekämpfung des Missbrauchs bibliometrischer Methoden bei der Bewertung wissenschaftlicher Forschungsliteratur.
  • SPARC (The Scholarly Publishing and Academic Resource Coalition): SPARC Opens in new tab ist eine gemeinnützige Organisation, die sich für Open Science, Open Scholarship und Open Education einsetzt.
  • Vienna Principles: 12 Prinzipien Opens in new tab für die zukünftige Ausrichtung der digitalen wissenschaftlichen Kommunikation, so z.B. Zugänglichkeit, Reproduzierbarkeit und Transparenz.

  • APCs (Article Processing Charges): Publikationsgebühren, die viele Open-Access-Zeitschriften von den Autor*innen verlangen, um die Produktionskosten für Online-Publikationen abdecken zu können.
  • CC Lizenzen (Creative Commons Lizenzen): Freie Lizenzen zur Beschreibung von Urheber- und Nutzungsrechten Opens in new tab, die international anerkannt sind.
  • cOAlition S: Strategie Opens in new tab zur Förderung des Open Access zu wissenschaftlichen Erkenntnissen, die mit öffentlichen Mitteln erarbeitet wurden. Diese Strategie definiert die Rahmenbedingungen, unter denen die Publikationen erfolgen müssen.
  • DEAL-Verhandlungen: Der Begriff bezieht sich auf die Vereinbarungen, die im Rahmen des Projekts DEAL getroffen sind, in dem die  Hochschulrektorenkonferenz im Auftrag von der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen versucht, transformative “Publish and Read”-Vereinbarungen mit den größten kommerziellen Verlagen auszuhandeln, um den freien Zugang zu wissenschaftlicher Literatur zu gewährleisten.
  • DOAJ (Directory of Open Access Journals): DOAJ ist ein von der Community kuratiertes Online-Verzeichnis Opens in new tab, das qualitativ hochwertige und von Experten begutachtete Open Access-Zeitschriften indexiert und zugänglich macht.
  • Grüner OA-Weg: Zusätzlich zur Veröffentlichung in der Subskriptionszeitschrift wird das Werk zeitgleich oder anschließend über einen OA-Dokumentenserver bereitgestellt. Ggf. gilt es, eine Embargofrist einzuhalten (hängt von Verlag und Zeitschrift ab). Auch zu beachten sind die Bestimmungen zum Nutzungs- und Urheberrecht; s. auch —> Wege zu Open Access
  • Goldener OA-Weg: Publikation in reiner OA-Zeitschrift; in der Regel mit Publikationsgebühr (“Article Processing Charge, APC”) verbunden; s. auch → Wege zu Open Access; OA-Zeitschriften mit Impact Factor können in den Zitationsdatenbanken Web of Science Opens in new tab und Scopus Opens in new tab recherchiert werden; für eine Übersicht zu OA Journals mit Qualitätssicherunsverfahren → DOAJ
  • Platin (Diamant) OA-Weg: Der Begriff bezieht sich auf ein Open-Access-Modell, bei dem neben dem freien Zugang auch für Autor*innen keine Kosten für die Veröffentlichung von Artikeln entstehen; s. auch —> Wege zum Open Access
  • Hybrid Open Access: → Publikation in Zeitschriften, —> Wege zum Open Access
  • Open Access Button: Ein Tool/Plug-in, das den freien Zugang zu wissenschaftlichen Arbeiten ermöglicht.
  • OpenAIRE (Open Access Infrastructure for Research in Europe): Eine europaweite Infrastruktur Opens in new tab, die das Open-Access-Mandat der Europäischen Kommission für das Programm Horizont 2020 unterstützt.
  • OpenDOAR (Directory of Open Access Repositories): OpenDOAR ist das qualitätsgesicherte, globale Verzeichnis von Open-Access-Repositorien Opens in new tab. Über dieses Tool ist es möglich, Tausende von registrierten Repositorien nach einer Reihe von Merkmalen zu durchsuchen, wie z. B. Standort, Software oder Art der enthaltenen Materialien.
  • Plan S: → cOAlition S
  • ROAR (Registry of Open Access Repositories): Ein Suchportal für Open-Access-Repositorien Opens in new tab, das die Entwicklung von Open Access fördert, indem es zeitnahe Informationen über das Wachstum und den Status von Repositorien in der ganzen Welt bereitstellt. Das Portal wird von der University of Southampton gehostet.
  • Scopus: Datenbank mit bibliographischen Angaben zu wissenschaftlicher Literatur (kostenpflichtig)
  • Sherpa Juliet: Ehemalige durchsuchbare Datenbank zu den Open-Access-Richtlinien von Drittmittelgebern, nun Open policy finder .
  • Sherpa Romeo: Ehemaliges Tool/Suchportal zum Überprüfen der Selbstarchivierungsrichtlinien für einzelne akademische Zeitschriften. Damit können z. B. Autor*innen feststellen, ob die Archivierung von Preprint- und Postprint-Versionen von Artikeln von der relevanten Zeitschrift erlaubt ist. Der Service geht auf im Open policy finder .
  • Urheberrecht: Das Urheberrecht schützt die Werke von Urheber*innen. Das Urheberrecht ist im Urhebergesetz (UrhG) geregelt. In einem Forschungskontext sollten die Rechte an geistigem Eigentum berücksichtigt werden. Wenn ein Werk urheberrechtlich geschützt ist, ist die Zustimmung des Urhebers zu seiner Vervielfältigung oder Weiterverbreitung unerlässlich.
  • Wege zum Open Access: Es gibt verschiedene Strategien, um wissenschaftliche Ergebnisse im Open Access zu veröffentlichen. Diese verschiedenen Wege haben unterschiedliche Namen. Der sogenannte goldene OA-Weg bezieht in der Regel auf den Prozess der Veröffentlichung einer Erstveröffentlichung als Artikel in Open-Access-Zeitschriften. Der grüne Weg bezieht sich auf die Veröffentlichung von Zweitpublikationen in institutionellen Repositorien und über Websites von Autor*innen. Dieser Weg wird oft auch als der „self archiving“-Weg bezeichnet. Es gibt noch weitere Modalitäten wie Blau, Diamant oder Hybrid Open Access. Eine gute Übersicht über diese verschiedenen Varianten finden Sie in diesem Link .

  • Anonymisierung: Datenschutzmaßnahme, bei der die personenbezogenen Daten so verändert werden, dass die Daten nicht mehr oder nur mit einem unverhältnismäßig großen Aufwand an Zeit, Kosten und Arbeitskraft einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person zugeordnet werden können.
  • Best Practice: Der Begriff bezieht sich auf eine Reihe von Richtlinien, ethischen Grundsätzen oder Ideen, die in einer bestimmten Situation die effizienteste oder klügste Vorgehensweise darstellen. Best Practices im akademischen Kontext können von Institutionen, Geldgebern und Fachgemeinschaften festgelegt werden.
  • Bitstream Preservation: Im Rahmen der Langzeitarchivierung bezieht sich der Begriff auf die Anzahl der Maßnahmen, die ergriffen werden, um Informationsverluste zu vermeiden (insbesondere im Falle von Technologiewechseln). Genauer gesagt, um den Strom von Bits, aus denen digitale Daten bestehen, zu erhalten. Die technischen Maßnahmen umfassen den Einsatz von Prüfsummen, Redundanzprüfungen und andere.
  • CARE-Prinzipien: Die CARE-Prinzipien werden oft als Ergänzung zu den FAIR-Prinzipien gesehen, als ein Instrument, um die (Wieder-)Verwendung von Daten in einer personen- und zweckorientierten Weise im Sinne der Förderung von Innovation und Selbstbestimmung indigener Völker zu steuern. Unter indigenen Daten werden u.a. Informationen über Sprache, Geschichte, Kultur, Lebensweise, Territorium, Technologien und natürliche Ressourcen der jeweiligen Gruppe verstanden.  Das Akronym CARE steht für Collective Benefit, Authority to Control, Responsibility und Ethics.
  • Copyright: Im Allgemeinen kann sich der Begriff (im britischen und amerikanischen Recht) auf das Urheberrecht beziehen, ist aber nicht 1:1 auf das deutsche Recht übertragbar.
  • Datenkuration: Datenkuration kann verstanden werden als die notwendigen Maßnahmen, die erforderlich sind, um die langfristige Erhaltung von Forschungsdatensätzen zu gewährleisten. Der Prozess sollte iterativ über alle Schritte des Forschungsdatenlebenszyklus durchgeführt werden. Er stellt sicher, dass die Daten den FAIR-Prinzipien entsprechen.
  • Datenlebenszyklus: Ein Modell, das alle Phasen des Forschungsprozesses darstellt. Je nach den betrachteten Quellen kann ein Datenlebenszyklus leicht unterschiedliche Schritte oder Phasen haben, aber diese umfassen normalerweise: Finden, Erhebung, Aufbereitung/Analyse, Publizieren, Archivieren und Nachnutzen.
  • Datenschutz: Der Begriff Datenschutz bezieht sich im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Projekten auf die technischen und organisatorischen Maßnahmen, die getroffen werden, um sicherzustellen, dass die im Rahmen dieser Projekte erhobenen und genutzten personenbezogenen Daten zu jedem Zeitpunkt von verantwortliche Stellen (im Sinne der Datenschutzgrundverordnung) geschützt sind.
  • Data Waiver: Im FDM-Kontext handelt es sich hierbei um ein Verfahren, bei dem Forscher*innen die Befreiung von der Pflicht zur Datenhinterlegung (z. B. in institutionellen oder disziplinspezifischen Repositorien) beantragen. Dies kann aus rechtlichen oder datenschutzrechtlichen Gründen erfolgen.
  • DMP (Datenmanagementpläne): Ein Forschungsdatenmanagementplan ist ein Instrument für Antragsteller*innen, mit dem sie ihren Gutachter*innen Informationen über ihre Projekte bereitstellen können. Dazu gehören u.a. Informationen über die Art der Daten, die erzeugt werden, den Umgang mit den Daten während und nach dem Ende eines Projekts, das Eigentum der Daten, Entscheidungen zur Datenspeicherung und – Langzeitarchivierung, und wie die vorhandene Infrastruktur genutzt wird, um die neu gewonnenen Daten zu generieren, zu pflegen und ggf. zu verbreiten.
  • Embargo: Im akademischen Verlagswesen ist ein Embargo ein Zeitraum, in dem der Zugang zu akademischen Zeitschriften für Benutzer*innen, die nicht für den Zugang bezahlt haben (oder den Zugang über ihre Institution haben), nicht erlaubt ist. Das Prinzip kann auf Datensätze angewendet werden, um den Zugriff auf einen bestimmten Datensatz (für einen festgelegten Zeitraum, z.B. 6 Monate oder ein Jahr) zu verhindern.
  • FAIR-Prinzipien (Findability, Accessibility, Interoperability, Reusability): Eine Reihe von Vorgaben zur Verbesserung der Auffindbarkeit, Zugänglichkeit, Interoperabilität und Wiederverwendbarkeit von digitalen Ressourcen. Die Prinzipien betonen die maschinelle Auffindbarkeit (d. h. die Fähigkeit von Computersystemen, Daten zu finden, auf sie zuzugreifen, mit ihnen zu interagieren und sie wiederzuverwenden, ohne dass der Mensch eingreifen muss), da der Mensch aufgrund der Zunahme des Volumens, der Komplexität und der Erstellungsgeschwindigkeit von Daten zunehmend auf Computerunterstützung beim Umgang mit Daten angewiesen ist.
  • Fee Waiver: Im Open Science-Kontext können einige OA-Zeitschriften Fee Waivers (Gebührenbefreiungen) anbieten, falls Autoren oder Institutionen die APCs für eine Veröffentlichung nicht bezahlen können.
  • Personenbezogene Daten: Der Begriff bezieht sich auf alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen. Für eine ausführliche Erklärung siehe hier. Opens in new tab
  • Pseudonymisierung: Datenschutzmaßnahme, bei der Name oder andere Identifikationsmerkmale durch einen Code oder Pseudonym ersetzt werden, um die Feststellung der Identität der Betroffenen auszuschließen oder zu erschweren.
  • Sekundäranalyse: Sekundäranalyse kann definiert werden als die erneute Analyse von entweder qualitativen oder quantitativen Daten, die bereits in einer früheren Studie erhoben wurden, durch andere Forscher*innen, die eine neue Forschungsfrage angehen möchten.

  • Crossref: Eine offizielle DOI-Registrierungsorganisation Opens in new tab, die die dauerhafte Zitierung und Verknüpfung von akademischen Online-Zeitschriften ermöglicht. Sie bietet darüber hinaus verschiedene Services im Bereich der Verlinkung von Metadaten an.
  • DOI (Digital Object Identifier): Dies ist ein eindeutiger Identifikator, der von einer Registrierungsagentur (in diesem Fall der International DOI Foundation (IDF)) vergeben wird, um Inhalte zu identifizieren und einen dauerhaften Link zu ihrem Standort im Internet bereitzustellen.
  • Open Research Data: Dies bezieht sich auf Forschungsdaten, die für akademische Forschungs- und Lehrzwecke und darüber hinaus frei zugänglich, wiederverwendet, verändert und weiterverteilt werden können.
  • Open URL: Ein ursprünglich von Ex Libris entwickelter Standard, mithilfe dessen URLs verknüpft und von Link Resolvern verarbeitet werden können, um Benutzer*innen zur besten Kopie einer Ressource zu leiten und weitere Zugangsmöglichkeiten aufzuzeigen, so vorhanden.
  • PID (Persistent Identifier): Eine dauerhafte Referenz auf ein Dokument, eine Datei oder eine andere digitale Ressource. Siehe auch DOI, URN.
  • URN (Uniform Ressource Name): URNs sind URIs mit dem Schema urn, die als dauerhafter ortsunabhängiger Identifier für eine Ressource dienen.  Das URN-System ist in deutschsprachigen Ländern weit verbreitet.
  • Preregistration: Evaluierung und Begutachtung von Studien vor der Durchführung bzw. die Trennung der Studienplanung und Hypothesengenerierung von der experimentellen Durchführung.
  • Registered Reports: → Preregistration
  • Waivers: → Fee Waiver à Data Waiver

  • Apache-Lizenz: Die von der Apache Software Foundation (ASF) entwickelte Lizenz ist eine Lizenz für freie Software, die den Benutzer*innen, die Software für jeden Zweck zu verwenden erlaubt. Anwender*innen können die Software auch verbreiten, modifizieren und modifizierte Versionen der Software unter den Bedingungen der Lizenz verbreiten, ohne sich um Lizenzgebühren zu kümmern.
  • BSD-Lizenzen (Berkeley Software Distribution): Dies bezieht sich auf permissive Lizenzen für freie Software, die minimale Beschränkungen für die Verwendung und Verbreitung der betroffenen Software auferlegen. Dieses Lizenzmodell unterscheidet sich von der GNU General Public License (​GPL) darin, dass es kein Copyleft enthält.
  • GNU-GPL-Lizenz: Freie Softwarelizenz, die garantiert, dass alle Versionen eines Programms weiterzugeben und zu verändern sind, um sicherzustellen, dass es freie Software für alle seine Benutzer*innen bleibt.
  • MIT-Lizenz: Permissive freie Softwarelizenz, die ihren Ursprung am Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat. Da sie die Wiederverwendung nur sehr wenig einschränkt, ist sie mit vielen Copyleft-Lizenzen wie der GNU GPL-Lizenz sehr kompatibel.
  • MPL (Mozilla Public License): Freie und Open-Source-Software-Lizenz, die von der Mozilla Foundation entwickelt und gepflegt wird. Sie wurde entwickelt, um Mitwirkende zu ermutigen, Änderungen, die sie an ihrem Code vornehmen, weiterzugeben, während sie ihnen gleichzeitig erlaubt, ihren Code mit Code unter anderen Lizenzen (offen oder proprietär) mit minimalen Einschränkungen zu kombinieren.
  • Copyleft: In einem Softwareentwicklungskontext, der Begriff bezieht sich auf eine allgemeine Methode, um Programme (oder andere Werke) kostenlos zu machen, während alle geänderten und erweiterten Versionen des Programms ebenfalls kostenlos sein müssen. Copyleft bleibt ein allgemeines Konzept, für dessen Verwendung bestimmte Implementierungen erforderlich sind. Spezifische Implementierungen von Copyleft sind die GNU General Public License oder die Creative Commons Attribution-ShareAlike-Lizenz für Nicht-Software-Werke.
  • EUPL: Open-Source-Lizenz für die Europäische Union ist eine Copyleft-Lizenz für die Lizenzierung freier Software.

  • CLOCKSS (Controlled LOCKSS): → LOCKSS
  • DCMI (Dublin Core Metadata Initiative): Eine Organisation/Initiative, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die breite Einführung von interoperablen Metadatenstandards zu fördern und spezielle Metadatenvokabulare zu entwickeln. Das DCMI entwickelte das Dublin Core Metadata Element Set, eines der einfachsten und am weitesten verbreiteten Metadatenschemata.
  • DINI (Deutsche Initiative für Netzwerkinformationen E.V.): Dieser Verein Opens in new tab wurde gegründet, um die Verbesserung der Informations- und Kommunikationsdienstleistungen und die dafür notwendige Entwicklung der Informationsinfrastrukturen an den deutschen Hochschulen regional und überregional zu fördern.
  • DINI-Zertifikat: Standard für die Evaluierung von Open-Access-Publikationsdiensten.
  • LOCKSS (Lots of Copies Keeps Stuff Safe): Ein an der Standford University etabliertes, nachhaltiges Dark Archive, das die langfristige Bewahrung webbasierter wissenschaftlicher Inhalte gewährleistet. Das Prinzip wird von einer Gemeinschaft von Institutionen und Netzwerken unterstützt, die zusammenarbeiten, um ihre Digital-Preservation-Methoden voranzutreiben, die sich in dieser Software-Anwendung manifestieren.
  • machine-readable/maschinenlesbar: Data oder Metadaten in einem Format, das von einem Computer verstanden werden kann.
  • OAI (Open Archives Initiative): Die OAI entwickelt und fördert Interoperabilitätsstandards, die eine effiziente Verbreitung von Inhalten ermöglichen sollen.
  • OAI-PMH (Open Archives Initiative Protocol for Metadata Harvesting): Das OAI-PMH ist ein Low-Barrier-Protokoll für das Harvesten von Metadaten, um die Interoperabilität zwischen Repositorien zu verbessern.
  • Postprint: Eine wissenschaftliche Publikation, die im Gegensatz zu einem Preprint ein Begutachtungsverfahren oder ein Peer-Review-Prozess einer Fachzeitschrift oder eines Verlages bereits erfolgreich durchlaufen hat.
  • Preprint: Eine wissenschaftliche Publikation, die einer bestimmte Fachcommunity zur Verfügung gestellt wird, ohne ein Peer-Review-Verfahren oder Begutachtungsprozess durchlaufen zu haben.
  • re3data.org: Ein globales Suchportal für Forschungsdaten-Repositorien.
  • Zenodo: Ein Allzweck-Repositorium, welches die Open Access Infrastructure for Research in Europe (OpenAIRE) Initiative zur Verfügung stellt. Sie gelangen hier zu Zenodo Opens in new tab.

  • Altmetrics: Auch Altmetriken genannt. Das ist die Bezeichnung für bibliometrische Kennzahlen wie dem Altmetric Score oder den Article Level Metrics, die als Alternative zu den traditionellen bibliometrischen Kennzahlen wie dem Impact Factor oder dem h-index dienen.
  • BASE (Bielefeld Academic Search Engine): Suchmaschine Opens in new tab zum Auffinden wissenschaftlicher Literatur (Dokumente) im Internet. Von der Universität Bielefeld entwickelt und betrieben. Rund 60 % der hier indizierten Dokumente sind Open-Access-Volltextdokumente.
  • EOSC  – EU Node (European Open Science Cloud): Eine digitale Plattform für Wissenschaftler:innen und Forschungseinrichtungen in ganz Europa, die einen Zugang zu Daten und interoperablen Diensten bietet. Das EOSC ist ein wichtiger Teil der European Cloud Initiative der Europäischen Kommission.
  • METS (Metadata Encoding and Transmission Standard): Ein Standard zum Codieren beschreibender, administrativer und struktureller Metadaten zu Objekten in digitalen Bibliotheken (oder Repositorien), ausgedrückt im XML-Format.
  • OJS (Open Journal System): Software zur Verwaltung und Veröffentlichung von wissenschaftlichen Zeitschriften. Sie kann für die Verwaltung des redaktionellen Workflows verwendet werden, der erforderlich ist, um Monographien, Sammelbände und wissenschaftliche Ausgaben durch die interne und externe Überprüfung, Bearbeitung, Katalogisierung, Produktion und Veröffentlichung zu führen.
  • OMP (Open Monograph System): Open-Source-Softwareplattform für die Verwaltung und Veröffentlichung wissenschaftlicher Bücher.
  • OSF (Open Science Framework): Open-Source-Software Opens in new tab, die von der amerikanischen COS-Organisation (Center for Open Science) entwickelt wurde, mit dem Ziel, die Offenheit, Integrität und Reproduzierbarkeit der wissenschaftlichen Forschung zu verbessern. Es bietet Wissenschaftler*innen Projektmanagement-Tool-Lösungen, die in verschiedenen Phasen des Datenlebenszyklus eingesetzt werden können.
  • OSPP (Open Science Policy Platform): Auch EUOSPP genannt. Dies ist ein Beirat (Expertengruppe), der von der Europäischen Kommission eingesetzt wurde, um bei der Entwicklung ihrer Open-Science-Policy zu beraten. Siehe hier Opens in new tab für weitere Informationen.
  • ORCID (Open Researcher and Contributor ID): Eine ORCID-ID ist ein 16-stelliger Code, der einzelne Forscher*innen eindeutig identifiziert. Da die meisten individuellen Namen nicht eindeutig sind, erleichtert eine ORCID-ID die Unterscheidung der Arbeiten eines Forschers/einer Forscherin von der eines anderen mit demselben oder einem ähnlichen Namen. Genauso wie ein Digital Object Identifier (DOI) eine Publikation eindeutig identifiziert, identifiziert ein ORCID-Identifikator einzelne Forscher*innen und ihre beruflichen Aktivitäten. Diese Liste von Aktivitäten, die in der ORCID-Liste der „Werke“ der Forscher*innen enthalten sind, geht über eine Liste von Publikationen hinaus. Es können auch Datensätze, Konferenzpräsentationen, Patente und viele andere Aktivitäten verzeichnet werden.
  • SOAP (Simple Object Access Protocol): Dies ist eine Messaging-Protokollspezifikation für den Austausch von strukturierten Informationen zwischen verteilten Anwendungen, die vom W3C entwickelt wurde.
  • GAIA-X (eine vernetzte Datenstruktur für ein europäisches digitales Ökosystem): Europäisches Projekt zur Schaffung einer offenen Dateninfrastruktur Opens in new tab, deren Ziel es ist, dezentrale Infrastrukturdienste zu vernetzen, um ein homogenes und benutzerfreundliches Ökosystem verfügbar zu machen, in dem Daten sicher und vertrauensvoll verfügbar gemacht und geteilt werden können.

  • Bürger*innenwissenschaft: → Citizen Science à Civic Science
  • Citizen Science: Die Beteiligung von Personen an wissenschaftlichen Prozessen, die nicht in diesem Wissenschaftsbereich institutionell gebunden sind.
  • Civic Science: Civic Science spielt auf ein sich veränderndes Verhältnis zwischen Wissenschaft, Expertenwissen und Bürger*innen in demokratischen Gesellschaften an. Civic Science fördert die Beteiligung der Öffentlichkeit, die verstärkte Vertretung marginalisierter Stimmen und die Demokratisierung des wissenschaftlichen Prozesses.
  • Crowdsourcing: Spezifische wissenschaftliche Aktivitäten, an denen die Öffentlichkeit teilnimmt, auch wenn sie die Konzepte oder Implikationen, die ein Forschungsprojekt motivieren, nicht vollständig versteht.
  • OER (Open Educational Resources): Dies sind Bildungsmaterialien Opens in new tab jeglicher Art und in jedem Medium, die unter einer offenen Lizenz stehen. Eine solche Lizenz ermöglicht den kostenlosen Zugang sowie die kostenlose Nutzung, Bearbeitung und Weiterverbreitung durch andere ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen.
  • Public Engagement: Einbeziehung von verschiedenen Zielgruppen durch partizipative Formate in einen Wissenschaftsprozess.

FAQ

Wissenschaflter*innen in frühen Karrierephasen (ECRs – early career researchers) stellen sich viele, auch kritische Fragen im Bereich Open Science, mit denen dann auch Einrichtungen konfrontiert werden, die ECRs zu diesem Thema informieren und/oder beraten. Im Stil einer FAQ-Seite werden typische Fragen aufgegriffen und mögliche Lösungsansätze erläutert.

Early Career Researchers stehen unter einem hohen Druck, wenn sie eine Wissenschaftskarriere anstreben und müssen genau überlegen, wie sie sich ihre Zeit einteilen. Außerdem stehen sie meist in Abhängigkeitsverhältnissen und können oft nicht (ausschließlich) selbst entscheiden, wie Prozesse ablaufen und welche Standards angewendet werden.

Wir wollen an dieser Stelle kritische Argumente und Fragen in Bezug auf Open Science aufgreifen. Es sind Fragen, die uns auf Veranstaltungen und Workshops selbst gestellt wurden oder die wir für relevant halten. Bei den Antworten versuchen wir, das durchaus berechtigte Anliegen ernst zu nehmen und insbesondere aus der Perspektive der Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen auf die Thematik zu blicken.

Wenn Sie über die unten im FAQ hinaus mehr zu Herausforderungen und Benefits von Open Science in den frühen Phasen der wissenschaftlichen Karriere erfahren möchten, so können Sie das im Artikel „Open science challenges, benefits and tips in early career and beyond“ von Christopher Allen und David M. A. Mehler (2019).

Ferner soll hier auch auf das am 17. Oktober 2022 erschienene Positionspapier der DFG zu Open Science als Teil der Wissenschaftskultur hingewiesen werden. Dieses bündelt die Positionen der DFG zu Potenzialen und Herausforderungen der einzelnen Teilbereiche von Open Science. Neben diesem nationalen Positionspapier seien hier auch noch die UNESCO Recommendations on Open Science aus dem Jahr 2021 angeführt, die erstmalig eine zwischenstaatlich vereinbarte Definition von Open Science liefern.

Open Science-FAQs & kritische Aspekte von Open Science

  • Einzelne Praktiken werden immer stärker gefordert, auch von Drittmittelgebern.
  • Die Bewertung wissenschaftlicher Leistung verändert sich und löst sich von der reinen Betrachtung mittels hergebrachter Kennindikatoren wie dem H-Index. S. hierzu z.B.  das bereits vielfach und international unterzeichnete CoARA  – Abkommen (Coalition for Advancing Research Assessment)
  • Einige Länder setzen stark auf Open Science (internationale Karrierechancen).
  • Weitere Möglichkeit der Publikation und der Reputationsbildung.
  • Vermehrt wird nach Open-Science-Praktiken in Ausschreibungen gefragt (zusätzliche Möglichkeit, sich gegenüber anderen auszuzeichnen).
  • Durch den Einsatz von Open-Science-Methoden wird die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit von Forschungsergebnissen deutlich erhöht.

  • Abwägen, inwieweit eine Kombination (pre-print, post-print) möglich ist.
  • Sichtbarkeit (Klickzahlen) als Gegenargument; neben bibliometrischen Nachteilen können selbst in solchen Feldern auch Vorteile stehen.

  • Präregistrierungen sind mit einer Embargo-Periode versehen. Die eigenen Ideen sind somit nicht direkt einsehbar und es kann selbst bestimmt werden, wann die Präregistrierung öffentlich zugänglich ist.
  • Präregistrierungen über Registered Reports bei Zeitschriften laufen über einen ständig dokumentierten Prozess ab, bei dem jederzeit nachvollzogen werden kann, was zu welchem Zeitpunkt wem bekannt war.
  • Eine Datenveröffentlichung erfolgt nach der eigenen Primärnutzung von Daten.
  • In verschiedenen Wissenschaftsfeldern zeichnet sich ab, dass die Veröffentlichung von Daten zu einem Reputationsgewinn führt (Zitierung von Daten, Erwähnung der entsprechenden Forschungsgruppe etc.).
  • Veröffentlichung von Daten als Datenpublikation und somit einem zählbaren wissenschaftlichen Beitrag ist möglich.

  • Persönliche Entscheidung, Unterstützung von älteren Kolleg*innen nicht unbedingt gewährleistet: Gibt es andere Kolleg*innen am Institut/in der Wissenschaftsgemeinschaft, die sich mit dem Thema beschäftigen?
  • Stärkung des selbstverantwortlichen und unabhängigen Handelns als Forscher*in: Was halte ich für sinnvoll? Was ist mir wichtig?
  • Strategische Erwägungen für die Zukunft: Für Betreuende ist es evtl. unattraktiv, weil sie lieber die bekannte Praxis fortsetzen. Aber für jüngere Wissenschaftler*innen stellt sich die Frage, welche Anforderungen in Zukunft auf sie zukommen (Forderungen von Geldgebern, Kriterien bei Bewerbungen etc.). Man kann hier Zusatzpunkte sammeln mit vorbildlicher Praxis und entsprechendem Know-How im Vergleich zu Kolleg*innen.

  • Open-Access-Funds z. B. an den Universitätsbibliotheken.
  • Schon bei Antragstellung berücksichtigen, Mittel mit beantragen.
  • Vereinzelt „Platin“ Open Access (keine Kosten für Autor*innen, oft von wissenschaftlichen Organisationen).

  • Beratung durch Betreuer*in, durch Universitätsbibliotheken, eigenes Gefühl entwickeln.
  • Es gibt eine Reihe von Online-Tools  und Initiativen , die Autor*innen dabei helfen, potenzielle Predatory Journals/Verlage zu identifizieren.

  • Zeitaufwand verschiebt sich in den Bereich der Planung von Projekten; späterer Zeitgewinn durch bereits vorhandene und kontinuierlich erstellte Dokumentation (z. B. Methodenteil).
  • Teilweise auch erhöhter Zeitaufwand, aber mit entsprechenden Vorteilen, was die Qualität der Forschung angeht: dokumentierte Hypothesen, bessere Datendokumentation, reproduzierbare Analysen, Wiederverwendbarkeit von Daten.
  • Fast alle Universitätsbibliotheken und weitere Beratungseinrichtungen an jeder Uni bieten Unterstützung an zu Open-Science-Themen.
  • Bestimmte Themen werden mit Sicherheit in Zukunft an Bedeutung gewinnen (z.B. Forschungsdatenmanagement, Open Data, Wissenschaftskommunikation).

Ressourcen und Organisationen

Bevor Ihre Graduierteneinrichtung in der Lage ist, Promovierende und Promovierte für Open Science zu sensibilisieren und Veranstaltungen zur Kompetenzentwicklung anzubieten, haben Sie als Koordinatorin oder Leiterin vielleicht selbst erst einmal Schulungsbedarf. Sie möchten einen Einblick in Open Science gewinnen, um dann Expert*innen für Workshops zu engagieren oder um grundlegende Informationen weiterzugeben.

Zum Thema Open Science gibt es zahlreiche Internetseiten. Verschiedene Organisationen und Gruppen bieten Informationen und Services in diesem Bereich an. Diese Übersicht soll helfen, ein paar der bekanntesten und interessantesten Ressourcen kennen zu lernen und den Nutzen für bestimmte Zielsetzungen und Fragen einzuschätzen.

Obwohl es mehr englischsprachige Ressourcen zu Open Science gibt, wollen wir Ihnen in dem hier vorgelegten Überblick möglichst viele deutsche Angebote vorstellen, um einen niedrigschwelligen Einstieg zu ermöglichen. Die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es werden vielmehr einige zentrale Ressourcen und Organisationen aufgeführt. Open Science ist ein extrem dynamisches Feld, auf dem ständig neue Plattformen und Ressourcen entstehen. Die Nutzer*innen der Übersicht sind eingeladen, an der Fortentwicklung und Aktualisierung mitzuwirken. Wenn Sie eine Plattform ergänzen oder einen Eintrag ändern möchten, lassen Sie uns gern eine Mail zukommen.

Die Liste ist unterteilt in:

  • Open Science allgemein
  • Fokus auf Teilbereiche von Open Science
  • Plattformen und Verbünde

Die Einträge in den drei Kategorien sind von zentral zu weniger zentral geordnet. Je nach Zeit und Interesse können also entweder nur die einschlägigen weiter oben auf der Liste gesichtet oder aber auch Einträge darüber hinaus angeschaut werden.

Falls Sie die Liste als Excel runterladen möchten, können Sie dies unter diesem Link tun.

Open Science Allgemein

https://openscience.eu/foster-open-science

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Access, Research Data Management, Citizen Science, Open Data, weitere (filterbar!)
Art der Plattform: Information/Erklärungen Open Science, Anwenderwerkzeuge

Zum Angebot: grundlagenorientierte Ressourcen und Ressourcen für Fortgeschrittene, besonders spannend: Open Science Training Handbook
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+++), Datenmanager*innen (+++), Bibliotheksmitarbeiter*innen (+++), Wissenschaftsmanager*innen (+++), Graduierteneinrichtungen (+++)

Weitere Informationen: multinationales Projekt, gefördert durch die europäische Kommission, zwei Laufzeiten:

Laufzeit Foster Plus, 24 Monate Laufzeit, Start 01.05.2017
Laufzeit: koordinierte Initiative FOSTER, 30 Monate Laufzeit, Start 01.02.2014, Ziel: Stärkung von Open Access

https://opensciencemooc.eu

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Access, Research Data Management, Open Data, Citizen Science, weitere

Art der Plattform: Bereitstellung von Trainingsressourcen, Information/Erklärungen Open Science, Anwenderwerkzeuge
Zum Angebot: kommentierte Module zu unterschiedlichen Bereichen von Open Science, Lerninhalte werden genau abgebildet, auch ein Modul zum Thema Open Educational Resources, Kalender zur Abbildung von Veranstaltungen rund um Open Science, Blog mit Einträgen zu Open Science MOOC selbst und zu Fragen rund um Open Science
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+++), Datenmanager*innen (+++), Bibliotheksmitarbeiter*innen (+++), Wissenschaftsmanager*innen (+++), Graduierteneinrichtungen (+++)

Weitere Informationen: die Plattform versteht sich als Community, ausdrückliche Einladung zur aktiven Mitarbeit, internationales Advisory Board, internationale Berater*innen (zentrale Persönlichkeiten der Open Science Community), breite Palette an Partnern (darunter beispielsweise FOSTER, Open Knowledge Maps, eurodoc, zenodo und OpenAIRE)

https://podcast.zbw.eu/fos

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Science allgemein
Art der Plattform: Information/Erklärungen Open Science, Podcast

Zum Angebot: Einblicke in den Alltag von Menschen aus dem Wissenschaftsbetrieb und in ihren Umgang mit Open Science; zu jeder Ausgabe weiterführende Infos vorhanden
Zielgruppe: Wissenschaftlerinnen aller Stufen (+++), Datenmanagerinnen (+++), Bibliotheksmitarbeiterinnen (+++), Wissenschaftsmanagerinnen (+++); Graduierteneinrichtungen (+++)

Weitere Informationen: Tipps und Tricks; angeboten vom Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW)

https://www.kim.uni-konstanz.de/openscience/onlinekurs-open-science-von-daten-zu-publikationen

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Access, Open Data, Research Data Management, weitere

Art der Plattform: Bereitstellung Trainingsressourcen, Informationen/Erklärung Open Science
Zum Angebot: deutschsprachige Einführung in Open Science in 8 Erklärvideos
Zielgruppe: Wissenschaftlerinnen (Basis-Stufe) (+++), Wissenschaftsmanagerinnen (+++), Graduierteneinrichtungen (+++)

Weitere Informationen: geeignet, um einen ersten Gesamtüberblick über das Thema zu erhalten; daher auch für den Anfang der Promotionsphase oder das Studium geeignet; besonders hervorzuheben ist ein 30-min. Video zu Rechtsfragen beim Veröffentlichen von Texten und Daten; im positiven Sinne konventionelle Aufbereitung erleichtert Einstieg für Personen, die weniger Online-affin sind

https://training-toolkit.sshopencloud.eu

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Data, Research Data Management, weitere

Art der Plattform: Bereitstellung Trainingsressourcen
Zum Angebot: Datenbank/Werkzeugkasten mit Trainingsmaterial filterbar nach Thema, Zielgruppe, Sprache, Fach, Format
Zielgruppe: Wissenschaftlerinnen aller Stufen (+++), Datenmanagerinnen (+++), Bibliotheksmitarbeiter*innen (+), Graduierteneinrichtungen (+++)

Weitere Informationen: Toolkit mit Trainingsmaterialien zu Open Science in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften; genutzt wird eine Bandbreite an Materialien (E-Learning, Workshops, Videos, Spiele, Folien, etc.) von verschiedenen Organisationen, Gruppen und Projekten

https://www.orion-openscience.eu/publications/training-materials

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Access Research, Data Management, Open Data, Citizen Science

Art der Plattform: Bereitstellung von Trainingsressourcen, Information/Erklärungen Open Science
Anwenderwerkzeuge
Zum Angebot: Fact sheets zu den unterschiedlichen Bereichen von Open Science, Diskussionsmaterial, Open Science Checkliste für Wissenschaftler, Podcast und Twitter
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+++), Datenmanager*innen (+++), Bibliothkeksmitarbeiter*innen (+++), Wissenschaftsmanager*innen (+), Graduierteneinrichtungen (+)

Weitere Informationen: ORION = Open Responsible Research and Innovation to further Outstanding Knowledge, mittels Horizon 2020 von der Europäischen Kommission gefördertes Projekt

Laufzeit 4 Jahre (Mai 2017 bis April 2021), Projekt bezieht sich auf Lebenswissenschaften und Biomedizin, bietet aber auch darüber hinaus viele Infos und Materialien

https://www.openaire.eu

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Access, Research Data Management, Citizen Science

Art der Plattform: Bereitstellung Trainingsressourcen, Informationen/Erklärung Open Science, Anwenderwerkzeuge
Zum Angebot: Angebote strukturiert nach Statusgruppe (Wissenschaftler*innen, Geldmittelgeber, Wissenschaftsmanager*innen etc.) und Inhalten, Übersicht über Workshops und Webinare, Abbildung zentraler europäischer OA-Initiativen (z.B. EOSC) mit ihren Richtlinien, Factsheets und Leitfäden zu den Themen und Dienstleistungen. OpenAIRE-Veranstaltungskalender.
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+++), Datenmanager*innen (+++), Bibliotheksmitarbeiter*innen (+++), Wissenschaftsmanager*innen (+), Graduierteneinrichtungen (+)

Weitere Informationen: europäische non-profit Initiative gefördert durch die Europäische Kommission, System, das verschiedene Dienste zur breiten Veröffentlichung und zum Monitoring von Forschungsergebnissen verknüpft, Plattformen wie ZENODO sind aus OpenAIRE hervorgegangen

https://open-science-future.zbw.eu/willkommen-beim-open-science-magazin

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Access, Open Data, Research Data Management, weitere

Art der Plattform: Bereitstellung Trainingsressourcen, Informationen/Erklärung Open Science
Zum Angebot: Online-Magazin, ausführliche Interviews mit persönlichen Erfahrungsberichten zu Open Science in Textform oder als Podcast, Studien, Worksheets/Anleitungen, um Open Science in bestimmten Bereichen umzusetzen (z.B. Datensätze anonymisieren, Preprints zugänglich machen)
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+++), Datenmanager*innen (+), Wissenschaftsmanager*innen (+), Graduierteneinrichtungen (+++)

Weitere Informationen: Magazin des Leibniz-Informationszentrums Wirtschaft (Ausrichter der jährlichen international Open Science Conference seit 2014); klare Übersicht über neue Beiträge; abwechslungsreiche Mischung aus Worksheets, Interviews, Videos, Podcasts zu vielen Open Science Bereichen; Beiträgen können sehr gut als Ergänzung oder Einstieg für Workshops und Infoveranstaltungen genutzt werden oder als aktuelle Infos über Newsletter bekannt gemacht werden

http://www.openscienceradio.org/ Opens in new tab

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Access, Open Data, Citizen Science, weitere

Art der Plattform: Information/Erklärung Open Science
Zum Angebot: Podcast zu allen Bereichen von Open Science, viele Interviews
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+), Bibliotheksmitarbeiter*innen (+), Wissenschaftsmanager*innen (ein wenig), Graduierteneinrichtungen (ein wenig)

Weitere Informationen: Team, das die Plattform bereitstellt: Matthias Fromm und Konrad Förstner; Finanzierung, Motivation und Auswahl der Beiträge bleiben unklar; Podcast seit Jan. 2013, bislang knapp 200 Beiträge

Ausschnitte aus den Beiträgen können als Ergänzung oder Einstieg für Workshops und Infoveranstaltungen genutzt werden

Fokus auf Teilbereiche von Open Science

http://www.road2openness.de Opens in new tab

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Access, Open Data, Citizen Science, weitere

Art der Plattform: Information/Erklärung Open Science
Zum Angebot: Assessment-Tool zur Bewertung des Fortschritts und des Status von Institutionen in ihrem Bestreben, Open Science-Prinzipien umzusetzen und zu unterstützen
Zielgruppe: Wissenschaftsmanager*innen (+++), Bibliotheksmitarbeiter*innen (+)

Weitere Informationen: Das road2openness-Tool wurde vom Forum Open Innovation Culture innOsci in Zusammenarbeit mit mehreren Experten aus akademischen Einrichtungen in Deutschland entwickelt; eine Betaversion des Tools steht ab dem Jahr 2022 unter eine CC-BY-SA-Lizenz zur Nutzung bereit.

https://www.forschungsdaten.org/index.php/FDMentor

Behandelte Themenbereich(e) OS: Research Data Management

Art der Plattform: Bereitstellung von Trainingsressourcen, Information/Erklärungen Open Science Anwenderwerkzeuge
Zum Angebot: Liste mit den frei zugänglichen Projektveröffentlichungen, Materialienkatalog zum Forschungsdatenmanagement, Train-the-Trainer Konzept zum Thema Forschungsdatenmanagement, Infos zum Publizieren von Forschungsdaten, Handreichungen zu rechtlichen Grundlagen, Empfehlungen zur Erstellung institutioneller Forschungsdaten-Policies
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+++), Datenmanager*innen (+++), Bibliotheksmitarbeiter*innen (+++), Wissenschaftsmanager*innen (+), Graduierteneinrichtungen (+)

Weitere Informationen: Kooperation zur Erarbeitung von Forschungsdatenmanagementstrategien; Erstellung von Handlungsempfehlungen, Roadmaps und Good-Practice-Beispiele für die Verbesserung des Forschungsdatenmanagements an deutschsprachigen Hochschulen. Schwerpunkte sind dabei die Entwicklung von Werkzeugen für eine Strategieentwicklung zum Forschungsdatenmanagement, von Forschungsdaten-Policies sowie Beratungs- und Trainingskonzepten¸ BMBF gefördertes Verbundprojekt;

Laufzeit 01.05.2017-30.04.2019; teilnehmende Universitäten: Humboldt-Universität zu Berlin, Freie Universität Berlin, Technische Universität Berlin, Universität Potsdam, Europa-Universität Viadrina

https://www.buergerschaffenwissen.de

Behandelte Themenbereich(e) OS: Citizen Science

Art der Plattform: Information/Erklärung Open Science
Zum Angebot: Erläuterungen zu Citizen Science, filterbare Liste mit Projekten zum Mitforschen online, Newsletter, Blog, Social Media, Veranstaltungsangebote, Arbeitsgruppen
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+++), Wissenschaftsmanager*innen (+), Graduierteneinrichtungen (+)

Weitere Informationen: zentrale Plattform für Citizen Science in Deutschland, seit November 2013 aktiv, gefördert vom BMBF, Gemeinschaftsprojekt von Wissenschaft im Dialog (gGmbH) und dem Naturkundemuseum Berlin

Open-access.net Opens in new tab

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Access

Art der Plattform: Information/Erklärung Open Science
Zum Angebot: frei zugängliche Materialien, Fortbildungs- und Schulungsangebote
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+++), Bibliotheksmitarbeiter*innen (+++)

Weitere Informationen: Bis 2022 vom BMBF gefördertes Projekt mit 8 Einrichtungen (Konstanz, Berlin, Bielefeld, Göttingen, TIB, Helmholtz Open Science Office), das vorhandene Angebote vernetzen und Open Access disziplinübergreifend verbessern will

https://www.forschungsdaten-bildung.de

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Data

Art der Plattform: Anwenderwerkzeuge
Zum Angebot: Angebot an Forschungsdaten für die empirische Bildungsforschung
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+++), Datenmanager*innen (+++), Bibliotheksmitarbeiter*innen (+), Wissenschaftsmanager*innen (+++), Graduierteneinrichtungen (+)

Weitere Informationen: Datenbank zur Bildungsforschung, projektfinanzierte Aufbauphase, seit 01.01.2022 ins Leibniz-Institut DIPF überführte Infrastruktur; neben der Möglichkeit Daten zu suche, können auch Daten geteilt werden; begleitende Unterstützung beim Planen, Organisieren und Dokumentieren von Daten

https://www.forschungsdaten.info

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Data, Research Data Management

Art der Plattform: Anwenderwerkzeuge
Zum Angebot: Tutorials, Informationen (in Artikelform), FAQ, Glossar, Webinare und Videos
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+++), Datenmanager*innen (+++), Wissenschaftsmanager*innen (+), Graduierteneinrichtungen (+)

Weitere Informationen: Fokus rund um das Thema Forschungsdatenmanagement und Open Data aus Sicht der unterschiedlichen Fächergruppen, Abbildung von Initiativen in den unterschiedlichen Bundesländern

https://www.openlibhums.org/site/about

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Access

Art der Plattform: Anwenderwerkzeug
Zum Angebot: Bibliothek mit Journals und Artikel, finanzielle Unterstützung für Autor*innen und Editor*innen, Abonnierungsmöglichkeit für Bibliotheken
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+++, nur Geisteswissenschaften), Bibliotheksmitarbeiter*innen (+)

Weitere Informationen: seit 2013 bestehende non-profit Plattform finanziert überwiegend durch Andrew W. Mellon Foundation sowie durch Abonnementgebühren von Bibliotheken;

Die Plattform ist Teil der Birbeck University of London und wird von ca. 300 Universitätsbibliotheken weltweit (davon 30 aus Deutschland) durch Abonnierung unterstützt; Ziel ist es, Wissenschaftler*innen, die für die Open Access Veröffentlichung nach dem Goldstandard nicht bezahlen können oder möchten, die Publikation zu ermöglichen; die Veröffentlichung ist in einem der 27 Journals von OLH möglich oder in Form einer interdisziplinäre Special Collection. Die Aufnahmemöglichkeiten für neue Journals ist derzeit geschlossen und hängt grundsätzlich von der Anzahl der teilnehmenden Bibliotheken ab; die Seite enthält auch ein Glossar und eine Publikationsliste zu Open Access.

https://reproducibilitynetwork.de

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Data, Research Data Management

Art der Plattform: Anwenderwerkzeuge
Zum Angebot: Twitterkanal, Linksammlung
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+++), Datenmanager*innen (+++), Wissenschaftsmanager*innen (+), Graduierteneinrichtungen (+)

Weitere Informationen: am 01.02.2021 gestartet; Gründungsmitglieder sind z.B. Helmholtz Open Science, ZBW, LMU Open Science Center, NOSI, DGPs; Ziel ist die Steigerung der Transparenz und Vertrauenswürdigkeit von Forschung; gefördert werden Trainingsaktivitäten und die Verbreitung von best practice Beispielen; da die Plattform sehr neu ist, sind noch wenige Aktivitäten auf der Webseite zu finden

Plattformen und Verbünde

https://ag-openscience.de

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Access, Open Data, Citizen Science, weitere

Art der Plattform: Bereitstellung von Information/Erklärungen
Zum Angebot: Open Science Definitionen, Open Access Checkliste, Mailingliste, Public Calls, jeden Monat am ersten Mittwoch von 11-12 Uhr einen offenen Call (Telefonkonferenz)
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+++), Datenmanager*innen (+), Wissenschaftsmanager*innen (+++), Graduierteneinrichtungen (+++)

Weitere Informationen: Arbeitsgruppe, die unterstützt wird von diversen Organisationen. Impressum: Open Knowledge Foundation Deutschland e.V.

https://www.osc.uni-muenchen.de/index.html

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Data, Open Access

Art der Plattform: Bereitstellung Trainingressourcen, Information/Erklärung Open Science, Anwenderwerkzeuge
Zum Angebot: Newsletter, Twitterkanal, Open Science Colloquium
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+++), Datenmanager*innen (+++), Wissenschaftsmanager*innen (+++), Graduierteneinrichtungen (+)

Weitere Informationen: interdisziplinäre Einrichtung zur Förderung von OS an der LMU und darüber hinaus, es ist sowohl als Einzelperson als auch als Institution möglich, Mitglied zu werden

http://eurodoc.net/ambassadors Opens in new tab

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Access, Open Data, weitere

Art der Plattform: Bereitstellung Trainingressourcen
Zum Angebot: freies Trainingsprogramm, bislang aus sechs Modulen bestehend
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+)

Weitere Informationen: Vereinigung von Nachwuchswissenschaftler*innen; Open Science Arbeitsgruppe; Europäischer Rat der Doktorand*innen und Nachwuchswissenschaftler*innen (R1 und R2), eine Basisvereinigung nationaler Verbände von Nachwuchswissenschaftlern (ECRs) aus europäischen Ländern; im Jahr 2002 gegründet; 2005 als gemeinnützige, internationale Freiwilligenorganisation mit Sitz in Brüssel etabliert; Engagement auf europäischer Ebene bei allen wichtigen Akteuren der Forschung und Innovation in Europa; 2019/20: Erarbeitung eines Vorschlags für die UNESCO-Empfehlung zu Open Science durch AG-Mitglieder und OS-Botschafter*innen; der Vorschlag richtet sich insbesondere an Nachwuchswissenschaftler*innen; in 2020/21: Anfertigung eines Berichts zusammen mit den Eurodoc Skills und EOSC Officers über die Fähigkeiten, die ECRs durch die Praxis von Open Science ausbilden, sowie die Anwendbarkeit und Übertragbarkeit dieser Fähigkeiten; Mitarbeit in Open Science Arbeitsgruppe möglich

https://www.wikimedia.de/

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Data, Open Access, weitere

Art der Plattform: Information/Erklärung Open Science, Anwenderwerkzeuge
Zum Angebot: Dachverein für die Projekte bzw. Anwenderwerkzeuge, Positionen zu politisch-gesellschaftlichen Entwicklungen
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+++), Datenmanager*innen (+), Wissenschaftsmanager*innen (+), Graduierteneinrichtungen (+)

Weitere Informationen: gemeinnütziger Verein seit 2004 in Deutschland, 90.000 Mitglieder. Verein unterstützt freies Wissen; fördert Wikipedia und Schwesterprojekte wie Wikidata, Wikisource, Wiktionary, Wikiversity, usw. und stärkt das digitale Ehrenamt mit IT-Infrastruktur und freier Software

https://okfn.de

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Data, weitere

Art der Plattform: Bereitstellung von Information/Erklärungen
Zum Angebot: Newsletter, Blog, Bereitstellung von Open Source
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+), Datenmanager*innen (+), Wissenschaftsmanager*innen (+)

Weitere Informationen: gemeinnütziger Verein seit 2011, 33 Aktivist*innen, Policy-Spezialist*innen & Entwickler*innen, zielt eher auf Öffentlichkeit/Bürger*innen

https://www.orion-openscience.eu/publications/training-materials

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Access Research, Data Management, Open Data, Citizen Science

Art der Plattform: Bereitstellung von Trainingsressourcen, Information/Erklärungen Open Science Anwenderwerkzeuge
Zum Angebot: Fact sheets zu den unterschiedlichen Bereichen von Open Science, Diskussionsmaterial, Open Science Checkliste für Wissenschaftler, Podcast und Twitter
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen (+++), Datenmanager*innen (+++), Bibliothkeksmitarbeiter*innen (+++), Wissenschaftsmanager*innen (+), Graduierteneinrichtungen (+)

Weitere Informationen: ORION = Open Responsible Research and Innovation to further Outstanding Knowledge, mittels Horizon 2020 von der Europäischen Kommission gefördertes Projekt

Laufzeit 4 Jahre (Mai 2017 bis April 2021), Projekt bezieht sich auf Lebenswissenschaften und Biomedizin, bietet aber auch darüber hinaus viele Infos und Materialien

https://www.cos.io

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Data, Research Data Management, Open Access

Art der Plattform: Anwenderwerkzeuge (OSF, siehe unter weitere Informationen)
Zum Angebot: Ankündigung von Webinaren (mit Mailinglist) rund um alle Bereiche von OS; Tool für Projektmanagement (OSF; s. weitere Informationen)
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen, Datenmanager*innen (+++), Wissenschaftsmanager*innen (+), Graduierteneinrichtungen (+)

Weitere Informationen: OSF: Tool (Open Source) für das Projektmanagement zur Unterstützung der Wissenschaftler*innen während des gesamten Projektzyklus; befördert Zusammenarbeit; Schnittstellen zu Plattformen und Tools, die bereits von den Wissenschaftler*innen genutzt werden (Zotero, ORCID, DataCite etc.)

https://www.nfdi.de/

Behandelte Themenbereich(e) OS: Open Data, Open Access, Forschungsdatenmanagement

Art der Plattform: Bereitstellung von Information
Zum Angebot: Entwicklung von Services, Trainingsangeboten sowie Standards für den Umgang mit Daten
Zielgruppe: Wissenschaftler*innen aller Stufen, Datenmanager*innen (+++), Wissenschaftsmanager*innen (+), Graduierteneinrichtungen (+)

Weitere Informationen: Ziel der NFDI ist die systematische Erschließung und Vernetzung wertvoller Datenbestände von Wissenschaft und Forschung für das gesamte deutsche Wissenschaftssystem, sowie diese Daten nachhaltig sowie qualitativ nutzbar zu machen. Relevante Daten sollen nach den FAIR-Prinzipien zur Verfügung gestellt werden. In NFDI-Konsortien, Zusammenschlüssen verschiedener Einrichtungen innerhalb eines Forschungsfeldes, wird gemeinsam und interdisziplinär an der Zielumsetzung gearbeitet. Die Konsortien werden in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren, welches die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) steuert, ausgewählt. In jedem Fachkonsortium engagieren sich zahlreiche Einrichtungen wie Universitäten oder Forschungszentren und arbeiten gemeinsam an fachinternen- sowie übergreifenden Themen.

Initiativen und Kontakte

Es gibt zahlreiche Austauschmöglichkeiten. Diese Seite soll helfen, relevante Veranstaltungen kennenzulernen, Netzwerke zu identifizieren und hilfreiche Kontakte für die eigene Arbeit zu knüpfen.

Regelmäßige Veranstaltungen

https://www.open-science-conference.eu/

Das Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft organisiert in jedem Jahr eine mit internationalen Expert*innen gespickte Konferenz zu Open Science. Sie bietet hervorragende Informations- und Netzwerkmöglichkeiten.

https://www.barcamp-open-science.eu/

Mitglieder des Leibniz Strategy Forum Open Science Opens in new tab und weitere Freiwillige organisieren das jährlich stattfindene Barcamp Open Science. Es bietet eine thematische Austauschplattform für Wissenschaftler*innen, Praktiker*innen und weitere Interessierte.

Open Science vor Ort

https://osc-international.com/

Es handelt sich um ein internationales Netzwerk lokaler Open Science & Open Scholarship Communities (OSC). Dies sind sind Zentren. Ziel ist es, dass  Wissenschaftler*innen von Gleichgesinnten zu Open Science Praktiken lernen können.

https://www.stifterverband.org/open-science-innovation-netzwerke

Sammlung von Open Science Initiativen und Vernetzung von von Akteuren in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft

https://zenodo.org/records/6472672
Open Access Atlas Deutschland: Status Quo in Bund und Ländern zu Open Access, auch mit Infos zu Open Science

https://reproducibilitynetwork.de/members/

Diese Seite des German Reproducibility Networks kann hilfreich bei der Suche nach Open-Science Referent*innen und lokalen Einrichtungen sein.

Literatur

Literatur zu Open Science

Abgesehen von Publikationen, die Open-Science-Prinzipien praktisch anwenden, gibt es eine ganze Reihe Artikeln über die Open-Science-Bewegung selbst und die Umsetzung verschiedener Praktiken. Wir bieten fokussierte Literaturhinweise zu den wichtigsten Themen für einen Einstieg in das Feld und eine vertiefte Auseinandersetzung mit bestimmten Fragestellungen und Grundlagen. Diese Literaturauswahl richtet sich vor allem an Mitarbeiter*innen von Graduierteneinrichtungen, die Interesse an Open Science haben, aber selbst keine Spezialist*innen sind. Die Liste richtet sich auch an Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen selbst, die sich über Open Science informieren wollen.

Die Literatur zu Open Science ist bereits enorm umfangreich und wächst ständig weiter. Die fachliche Ausdifferenzierung und die ständige Dynamik des Feldes erlaubt es uns nicht, zu jedem Zeitpunkt einen aktuellen Stand der Forschung abzubilden. Vielmehr wollen wir einzelne Ansatzpunkte für eine vertiefende Beschäftigung mit dem Thema bieten. Wir konzentrieren uns deshalb auf Überblicksarbeiten und Publikationen, die Debatten und Begriffe geprägt haben, sprich auf moderne Klassiker. Die Open-Science-Bewegung ist in verschiedenen Fächern unterschiedlich stark vertreten. Es liegt deshalb in der Natur der Sache, dass bei einem solchen Überblick manche Fächer (z. B. die Psychologie, die bereits sehr früh den Diskurs und die Praktiken rund um Open Science mitgeprägt hat) stärker vertreten sind als andere.

Ziel der Auswahl war es, zu jedem Teilbereich einen oder mehrere Titel zu benennen. Die Literaturkommentierung wurde sehr knapp gehalten, um schnelle Orientierung über den Nutzen zu ermöglichen. Gerade weil das Feld von englischsprachigen Beiträgen geprägt ist, wurde der Versuch unternommen, deutsche Literatur (mit)aufzunehmen, wo das möglich war.


Literatur Open Science Allgemein

Durch umfassende Studien mit Open-Science-Preisträger:innen werden Motivstrukturen, Verständnisse, Persönlichkeitsfaktoren, Sozialisations- und Sensibilisierungsprozesse sowie Rahmenbedingungen im Kontext von Open-Science-Praktiken rekonstruiert, die für die Verankerung von zentraler Bedeutung sind. Die Ergebnisse offenbaren komplexe Motivationslagen bei Wissenschaftler:innen und die Vielschichtigkeit von Open Science in der konkreten Praxis. Dies bietet den Wissenschaftsorganisationen und der Wissenschaftspolitik neue Ansätze zur Förderung von Open Science.

English

Through comprehensive studies with Open Science prizewinners  motivational structures, understandings, personality factors, socialisation and socialisation and sensitisation processes as well as framework conditions in the context of Open Science practices are reconstructed, which are of central importance for the is of central importance. The results reveal complex motivations of scientists and the complexity of open science in practice. Open Science in concrete practice. This offers the science organisations and science policy makers new approaches for the promotion of Open Science.

Der Beitrag von Allen und Mehler fokussiert auf die Situation in der Psychologie und vergleichbaren Sozialwissenschaften und dabei konkret auf die Doppelfrage: Inwieweit beeinflussen Open-Science-Praktiken einerseits die Chancen auf wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn und andererseits die Karrierechancen von early-career researchers (ECRs)?

Die detailliert dargestellten drei Herausforderungen (challenges) sind 1. ein Verlust an Flexibilität etwa durch Praktiken wie die Vorabregistrierung (pre-registration) von Studien; 2. der Zeitaufwand, der für diese Praktiken anfällt; und 3. das Fehlen von Anreizstrukturen, die Open-Science-Praktiken und eben den mit diesen verbundenen (Mehr-)Aufwand honorieren.

Die Vorteile (benefits) bestehen dagegen aus 1. der größeren Verlässlichkeit der Ergebnisse; 2. dem Vorhandensein und der Zunahme und Verbesserung von unterstützenden Tools; und 3. die Chance auf Reputationsgewinn (mehr Publikationen, Zitationen usw.). Während die wissenschaftliche Erkenntnis in der Abwägung der sechs Punkte eindeutig gewinnt, ist der Befund in Bezug auf die ECRs deutlich gemischter.

English

The contribution by Allen and Mehler focuses on the situation in psychology and comparable social sciences, and specifically on the double question: To what extent do open science practices influence the chances of gaining scientific knowledge on the one hand, and do they influence the career opportunities of early-career researchers (ECRs) on the other?)

The three challenges described in detail are 1. a loss of flexibility, for example through practices such as preregistration of studies; 2. the time required for these practices; and 3. the lack of incentive structures that reward open science practices and the (extra) effort associated with them.

The benefits, on the other hand, consist of 1. the greater reliability of the results; 2. the existence and increase and improvement of supporting tools; and 3. the chance of reputational gains (more publications, citations, etc.). While scientific knowledge clearly wins in the weighing of the six points, the findings with regard to ECRs are much more mixed.


  • Kreutzer, Till/Lahmann, Henning (2019): Rechtsfragen bei Open Science. Ein Leitfaden. Hamburg: Hamburg University Press, https://doi.org/10.15460/HUP.195 , 156 Seiten.

Welche Rechte benötige ich, um ein Dokument unter einer Open-Access-Lizenz zu publizieren? Darf ich ein eigenes oder fremdes Preprint ins Netz stellen? Wem gehören die Forschungsdaten eines Projekts? Viele Rechtsfragen stellen sich unter Open-Science-Bedingungen auf andere Weise, andere tauchen neu auf. Im Kompendium von Kreutzer/Lahmann werden sie systematisch zusammengestellt und beantwortet.

Das Werk bietet im 1. Teil zunächst eine kompakte Einführung in wesentliche rechtliche Rahmbedingungen – in Deutschland –, die im Zusammenhang mit Open Science wichtig sind: (1) Urheber- und Urhebervertragsrecht, (2) Recht an Forschungsdaten und Datenbanken, (3) Open Educational Resources, Free & Open Source Software, Open Content, Open Data und Open Access, (4) Persönlichkeitsrechte und Datenschutz, (5) Haftung und Verantwortung bei Verstößen.

Im 2. Teil werden häufige Rechtsfragen abgehandelt zu (1) Lizenzverträgen, Veröffentlichungsvereinbarungen und Deposit Licences, (2) Offenen Lizenzen, (3) Bildrechten, (4) Zweitveröffentlichungen und Nachnutzungen, (5) Software, (6) Forschungsdaten, (7) Haftung sowie (8) Datenschutz, Persönlichkeitsrecht und Einwilligung.

English

What rights do I need to publish a document under an Open Access licence? Can I put my own or someone else’s preprint on the web? Who owns the research data of a project? Many legal questions arise in a different way under Open Science conditions, others emerge anew. In the compendium by Kreutzer/Lahmann, they are systematically compiled and answered.

In Part 1, the work first offers a compact introduction to essential legal framework conditions – in Germany – that are important in connection with Open Science: (1) copyright and copyright contract law, (2) rights to research data and databases, (3) Open Educational Resources, Free & Open Source Software, Open Content, Open Data and Open Access, (4) personal rights and data protection, (5) liability and responsibility in the event of infringements.

Part 2 deals with common legal questions on (1) licence agreements, publication agreements and deposit licences, (2) open licences, (3) image rights, (4) secondary publications and re-use, (5) software, (6) research data, (7) liability and (8) data protection, privacy rights and consent.


Weiterführende Literatur Open Science allgemein:

  • Tochtermann, Klaus / Höfler, Anna Maria (2023): Open Science, in: Kuhlen, R., Semar, W., Womser-Hacker, C., Lewandowski, D. (Eds.): Grundlagen der Informationswissenschaft, 7. Auflage, Berlin: De Gruyter, pp. 703-714, doi:10.1515/9783110769043-060 Link  zum Volltext (PDF)
  • Leonelli, Sabina (2023): Philosophy of Open Science, first edition, Cambridge: Cambridge University Press. Link  zum Volltext (PDF)
  • Miedema, Frank (2022): Open Science: the Very Idea. Utrecht: Springer Nature

Public Engagement, Citizen Science

Das „Grünbuch“ gibt aufgrund breiten Inputs von Stakeholders einen Überblick über Praktiken und Verständnis von Citizen Science speziell in Deutschland.

„Citizen Science umfasst die aktive Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern in verschiedenen Phasen des Forschungsprozesses in den Geistes-, Natur- und Sozialwissenschaften. Die Beteiligung reicht von der Generierung von Fragestellungen, der Entwicklung eines Forschungsprojekts über Datenerhebung und wissenschaftliche Auswertung bis hin zur Kommunikation der Forschungsergebnisse.“ (S. 13.)

Ausgiebig dargestellt werden die z. T. auftretenden Vorbehalte zwischen den ehrenamtlichen „Bürgerwissenschaftler*innen“ einerseits und den Berufswissenschaftler*innen andererseits, indem die einen sich als bloße Hilfskräfte wahrgenommen sehen und die anderen Zweifel an der Qualität der von nicht fachspezifisch ausgebildeten Laienwissenschaftler*innen gelieferten Daten äußern.

Das „Grünbuch“ zeigt Wege auf, die Ausbildung von Bürgerwissenschaftler*innen zu verbessern und damit zugleich Qualität, Wertschätzung und Einbeziehung ihrer Arbeit durch die Wissenschaft zu fördern.

English

Based on broad input from stakeholders, the “Green Book” provides an overview of practices and understanding of Citizen Science specifically in Germany.

“Citizen Science encompasses the active participation of citizens in different phases of the research process in the humanities, natural and social sciences. Participation ranges from the generation of questions, the development of a research project, data collection and scientific evaluation to the communication of research results.” (p. 13.)

The sometimes occurring reservations between the voluntary „citizen scientists“ on the one hand and the professional scientists on the other hand are described in detail, with the former seeing themselves as mere assistants and the latter expressing doubts about the quality of the data provided by lay scientists who have not received specialist training.

The “Green Book” shows ways to improve the training of citizen scientists and at the same time to promote quality, appreciation and inclusion of their work by the scientific community.


  • Haklay, Mordechai (Muki), et al. (2021): “What is citizen science? The challenges of definition”, in: Vohland, Katrin, et al. (eds.): The science of citizen science, Cham/Switzerland: Springer Nature Switzerland, https://doi.org/10.1007/978-3-030-58278-4 , pp. 13-33.

In diesem Beitrag geht es um Definitionen – und darum, warum eine einheitliche Definition sich als schwierig erweist. 34+9 Definitionen in zwei Listen werden aufgelistet aus Nachschlagewerken, von Citizen-Science-Verbänden, von multinationalen Organisationen, solche, die auf spezifischen rechtlichen oder kulturspezifischen Voraussetzungen der USA, der EU, Deutschlands, Großbritanniens und weiterer europäischer Länder fußen. Die deskriptiven (was), instrumentellen (wozu) und normativen (wie sollte es sein) Aspekte werden erörtert. Wesentliche Bemerkungen thematisieren den mindestens latenten Gegensatz zwischen einem normativen top-down-Ansatz und einem vielfach positivistischen Wissenschaftsverständnis innerhalb vorhandener disziplinärer Strukturen einerseits und den z. T. abweichenden bottom-up-Wünschen von Mitwirkenden, die auch im Forschungsprozess über das bloße Datensammeln hinausgehen. Abschließend werden die 34 Definitionen der ersten Liste in eine Matrix eingeordnet nach dem Kontext, den Zielen (objectives), den Hauptakteuren (main actors) und an wen sich die Definition richtet.

English

This paper is on definitions – and on why a uniform definition proves difficult. 34+9 definitions in two lists are listed from reference works, from citizen science associations, from multinational organizations, those based on specific legal or culture-specific requirements of the USA, the EU, Germany, the UK and other European countries. The descriptive (what), instrumental (what for), and normative (how should it be) aspects are discussed. Essential remarks address the at least latent contrast between a normative top-down approach and a frequently positivistic understanding of science within existing disciplinary structures on the one hand, and the partly divergent bottom-up desires of contributors, which also go beyond mere data collection in the research process. Finally, the 34 definitions of the first list are arranged in a matrix according to context, objectives, main actors and to whom the definition is addressed.


Replication Crisis

Der Aufsatz von Ioannidis beschreibt wichtige Aspekte der Replikationskrise schon 2005, Jahre bevor der Begriff replication crisis überhaupt aufkam. Ioannidis’ provozierender Titel bezieht sich auf die Medizinforschung: Schon aus statistischen Gründen ließe sich die Mehrheit der Ergebnisse medizinischer empirischer Paper nicht replizieren, d. h. andere Forschende könnten die Ergebnisse bei einer Wiederholungsstudie nicht bestätigen, es handele sich um falsch positive Ergebnisse, die auf keinen echten Effekten beruhen.

Als wichtige Faktoren identifiziert Ioannidis unter anderem die ausschließlich Fixierung auf den Signifikanzwert (p-Wert) bei der Datenauswertung, die Größe von Stichproben (kleinere Stichproben ergeben leichter falsch positive Ergebnisse), die zu hohe Flexibilität bei der Auswertung von Studien (researcher degrees of freedom), aber auch wissenschaftssoziologische Umstände wie finanzielle Interessen und Vorurteile sowie erhöhten Konkurrenzdruck in einem Forschungsfeld.

Vielfach wurden Ioannidis’ Thesen gerade in Bezug auf die Aussage, dass die „meisten“ Forschungsergebnisse falsch seien, als übertrieben und auf unzutreffenden Annahmen basierend relativiert, seine analytische Kritik und anknüpfende Überlegungen aber ganz überwiegend akzeptiert und konstruktiv weiterentwickelt, wozu auch Ioannidis selbst weitere Beiträge geliefert hat.

English

Ioannidis‘ essay describes important aspects of the replication crisis already in 2005, years before the term replication crisis even appeared. Ioannidis‘ provocative title refers to medical research: For statistical reasons alone, the majority of the results of medical empirical papers could not be replicated, i.e. other researchers could not confirm the results in a repeat study, they were false positives based on no real effects.

Among other things, Ioannidis identifies as important factors the exclusive fixation on the significance value (p-value) in data evaluation, the size of samples (smaller samples yield false positive results more easily), too much flexibility in the evaluation of studies (researcher degrees of freedom), but also sociological circumstances of science such as financial interests and prejudices as well as increased competitive pressure in a research field.

In many cases, Ioannidis‘ theses, especially with regard to the statement that „most“ research results are wrong, have been relativized as exaggerated and based on inaccurate assumptions. However, his analytical criticism and related considerations have been predominantly accepted and constructively developed further, to which Ioannidis himself has also made further contributions.


Open Data

Einführung Open Data

https://data.europa.eu/en/academy/introducing-open-data

Hierbei handelt es sich nicht um eine Literaturangabe im klassischen Sinne, sondern um ein Fortbildungsangebot auf dem Internetportal der Europäischen Union. Es umfasst Videos, PDFs, und Fragebögen. Es bietet eine Einführung in das Thema und zum Mehrwert und den Gründen für Open Data.

Autor*innen der Website „‚Open Science“

Die Website ist das Ergebnis der UniWinD-Arbeitsgruppe „Open Science in der Promotionsphase“ die von 2019 bis 2024 aktiv war. Alle Beteiligten sind oder waren Mitarbeiter*innen oder Leiter*innen zentraler Graduierteneinrichtungen an deutschen Universitäten.

Das Ziel der Arbeitsgruppe war es, die verschiedenen mit Open Science assoziierten und für Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen relevanten Fragestellungen zu diskutieren und einen Rahmen für Weiterqualifizierungs- und Informationsangebote zu erarbeiten. Anstatt in einer gedruckten Publikation wurden die Ergebnisse auf dieser Website veröffentlicht.

Beteiligte

Dr. Sarah Gemicioğlu (Koordinatorin 2022-2024)

Ruhr-Universität Bochum

Dr. Axel Kohler (Koordinator 2019-2021)

ehem. Goethe-Universität Frankfurt/Main

Dr. Roberto Cozatl

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alexandra Hilgner M.A

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Dr. Daniel Müller

Universität Siegen

Dr. Isabelle Schulze

Universität Kassel