Open Science in der Promotionsphase (Start: 2019)

Inhalte und Ziele

In der Wissenschaft wie der Politik wird verstärkt gefordert, den Forschungsprozess und den Umgang mit den Ergebnissen der Forschung transparent und offen zu gestalten. Die freie Verfügbarkeit von wissenschaftlichen Publikationen im Sinne des „Open Access“ ist schon länger ein Thema und hat die Publikationsstandards stark verändert. Unter dem Stichwort „Open Science“ wird aber auch eine Öffnung weiterer Produkte des Forschungsprozesses (Forschungsdesigns, Daten, Materialien, Quellcode) betrieben und eine stärkere Öffnung des Forschungsprozesses in die Gesellschaft gefordert (z. B. Citizen Science).

Auch wenn auf die Forschungstätigkeit ausgerichtete Open-Science-Prinzipien bisher noch keinen verpflichtenden Charakter für die wissenschaftliche Praxis haben, gibt es doch Hinweise, dass in Zukunft die Bedeutung des Themas weiter zunehmen wird. Die wichtigsten Wissenschaftsorganisationen erwarten bereits von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass Publikationen frei verfügbar gemacht werden; einige Universitäten empfehlen zumindest stark die Open-Access-Strategie. Die Europäische Kommission hat sich entschieden, für das zukünftige „Horizon Europe“-Programm nach 2020 Open Science zum Standard zu erklären. Der offene Zugang zu Publikationen und Daten wird verpflichtend, um Forschungsgelder erhalten zu können. Nationale Forschungsförderer greifen ebenfalls Teilaspekte der Open-Science-Bewegung für ihre Richtlinien auf.

In den meisten Fächern und an den meisten Universitäten kann momentan nicht von einer fundierten Open-Science-Ausbildung in den Bachelor- und Masterstudiengängen ausgegangen werden. Gleichzeitig gibt es keine etablierten universitären Strukturen, die für eine entsprechende Beratung und Qualifizierungsangebote verantwortlich sind. Es ist daher zu erwarten, dass die Graduierteneinrichtungen sich auf einen Bedarf in diesem Bereich insbesondere in der Promotionsphase einstellen müssen.

Das Ziel der Arbeitsgruppe ist es, die verschiedenen mit Open Science assoziierten Fragestellungen zu diskutieren und idealerweise einen Rahmen für Weiterqualifizierungs- und Informationsangebote unter Berücksichtigung anderer universitärer Strukturen im Sinne eines Best-Practice-Modells zu erarbeiten. Folgende Aspekte sollen in der AG thematisiert werden:

  • Relevante Strukturen an der Uni, Koordination der Arbeit mit anderen Stellen
  • Informationsangebote, Quellen für Open Science
  • Didaktische Konzepte, Methoden für die Vermittlung
  • Inhaltliche Klärung des breiten Open-Science-Feldes
  • Abgrenzung zu und Überlappung mit anderen Themen wie insbesondere Forschungsdatenmanagement und Gute Wissenschaftliche Praxis

Koordination

Dr. Axel Kohler, Goethe-Universität Frankfurt/Main (kohler@grade.uni-frankfurt.de)

Anmeldung

Die Anmeldung ist bis 30. November 2018 über unser Anmeldeformular möglich.