Außeruniversitäre Karrierewege für Promovierte

Zeitraum der Zusammenarbeit: 2015 bis 2018.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe wurden 2018 veröffentlicht in den UniWiND-Spezial:

Hanna Kauhaus et al.: Perspektiven nach der Promotion. Berufswege außerhalb der Wissenschaft. Teil1 - 13 Porträts

Anne Löchte, Regina von Schmeling (Hg.): Perspektiven nach der Promotion. Berufswege außerhalb der Wissenschaft. Teil 2 - Arbeitgeber im Gespräch.

 

Die große Mehrheit der Promovierten verlässt das Wissenschaftssystem in den ersten ein oder zwei Jahren nach der Promotion. Selbst unter Habilitierten müssen sich noch über 30 Prozent der fortgeschrittenen Wissenschaftler:innen auf den außeruniversitären Arbeitsmarkt umorientieren. Welche beruflichen Wege schlagen Promovierte ein? Welche Qualifikationen, Fähigkeiten und Erfahrungen sind ihnen dabei nützlich? Welches Interesse haben Arbeitgeber:innen an promovierten Fach- und Führungskräften? Zwei Arbeitsgruppen widmeten sich diesem Thema: die eine beschäftigte sich mit außeruniversitären Karriereverläufen von Promovierten (Arbeitsgruppe A), die zweite Arbeitsgruppe beleuchtete das Thema aus der Perspektive der Arbeitgeber (Arbeitsgruppe B). 

Arbeitsgruppe A: Karriereverläufe von Promovierten

Für Promovierende und Promovierte wirkt der Arbeitsmarkt außerhalb der öffentlich finanzierten Forschung oftmals unübersichtlich oder gar unzugänglich. Als Wissenschaftler:innen haben sie an Universitäten oder öffentlich finanzierten Forschungseinrichtungen gearbeitet, aber andere Berufsfelder sind ihnen zunächst fremd. Die Möglichkeiten, die ihnen offenstehen, sind nicht so leicht zu sehen, da sie nach der Promotion meist einen Richtungswechsel vornehmen und sich neue Arbeitsfelder erschließen müssen.


Die Arbeitsgruppe will mit Interviews individuelle Karriereverläufe von Promovierten vorstellen. Wie sieht ihre aktuelle Tätigkeit außerhalb des Wissenschaftssystems aus? Was war bei ihnen wichtig, um in ihren Beruf hineinzukommen? Dabei sollen nicht nur „ideale“ Verläufe im Blick sein, sondern auch Schwierigkeiten und Durststrecken gezeigt werden. Das Ziel ist es, Erfahrungswissen zugänglich zu machen und durch konkrete Beispiele vielfältige Anregungen zu geben, um Promovierende und Promovierte bei der Berufsorientierung, der langfristigen Vorbereitung für ein Berufsfeld und der Stellensuche zu unterstützen.

Arbeitsgruppe B: Die Sicht von Arbeitgebern

Der Berufseinstieg von Promovierten ist kaum untersucht. Aus den wenigen vorliegenden Studien wissen wir: Promovierte sind gut in den Arbeitsmarkt integriert, scheinen überdurchschnittlich zu verdienen und sind selten arbeitslos. Die Übergänge vom Abschluss der Promotion in den Arbeitsmarkt sind jedoch intransparent, was zu Verunsicherung führt. Es gibt – mit Ausnahme einiger weniger Fächer – kaum vorgezeichnete Karrierepfade. Promovierte treibt die Sorge um, dass sie einerseits als überqualifiziert gelten, gleichzeitig jedoch als Berufseinsteiger:innen wahrgenommen werden. An den Universitäten werden zunehmend Formate entwickelt, um den Übergang in den außeruniversitären Arbeitsmarkt zu unterstützen. Um diese Angebote zu professionalisieren, müssen die Erfordernisse des Arbeitsmarktes besser verstanden werden: Wie werden Promovierte von Arbeitgebern wahrgenommen? Welche Kompetenzen werden ihnen zugeschrieben? Welche fehlen ihnen? Die Arbeitsgruppe führte dazu Interviews mit ausgewählten Einrichtungen aus sechs Bereichen.